Ortho-Bionomy ist eine sanfte, nicht manipulative Körperarbeit, die sowohl Körper als auch das Energiefeld des Körpers (die Aura) in die Behandlung miteinbezieht. Über sanfte Berührungen und ausgewählte Haltepositionen für den Körper, ermöglicht die Ortho-Bionomy sowohl Körper und Energiefeld von Spannungen und Blockaden zu befreien und zu harmonisieren.
Das Wort „Ortho“ bedeutet gerade, aufrecht oder sich ausrichten und „Bionomy“ kann mit bionomisch, zum Leben gehörend, übersetzt werden. Frei übersetzt heißt es, die Regeln (od. Gesetze) des Lebens befolgen, oder Sich nach den Naturgesetzen ausrichten. Hiermit ist gemeint, daß die natürlichen Selbstregulationskräfte des Organismus unterstützt und angeregt werden. Ortho-Bionomy zielt auf die Wiederherstellung natürlicher Funktionen des Lebens, wie Pulsation, Rhythmus, Bewegungsfreiheit und Atmung, die bei vielen Menschen gehemmt oder verzerrt sind.
Dr. Arthur Lincoln Pauls D.O.(1929-1997), der Begründer der Methode, ging davon aus, daß der Körper alles schon besitzt, um verlorene Balance oder vorhandene Disharmonien auszugleichen, wenn ihm dieses verlorengegangene Wissen wieder zugänglich gemacht wird. In der Ortho-Bionomy unterstützen wir Positionen die der Körper spontan einnimmt, um sich zu entlasten und zu reorganisieren.
Der Körper besitzt seine eigenen Heilkräfte und Selbstregulationsmechanismen. Die Autokorrektur ist ein wesentlicher Grundsatz der Ortho-Bionomy. Achtsames Begleiten von Veränderungsprozessen, welche von der behandelten Person selbst ausgehen, ist die Grundhaltung und Intension, mit der ein Orthobionomist behandelt. Nichts wird forciert oder erzwungen. Der Behandler ist lediglich Begleiter, der sich auf die behandelte Person einstellt.
Arthur Pauls begann in den späten sechziger Jahren seine Methode zu entwickeln. Nachdem er selbst eine Judo-Schule leitete, fügte er diesem Beruf ein Osteopathie-Studium an. Arthur Pauls entwickelte die Ortho-Bionomy schon als er mit den Positionierungs-Techniken des US-amerikanischen Osteopathen Lawrence Jones in Berührung kam. Jones hatte zu diesem Zeitpunkt ein System von schmerzlindernden Lagerungen für blockierte Wirbel und Gelenke entwickelt. Pauls griff dieses Konzept auf und begann damit keine Stoßmanipulationen mehr einzusetzen, sondern verwendete Gewebetechniken, die dem Gewebe (Muskeln, Bänder ect.) die Freiheit gaben sich sanft zu entspannen. Dr. Pauls wollte ab da nicht mehr gegen eine Fehlfunktion oder eine Blockierung vorgehen.
„Liegt eine Fehlfunktion vor, befindet sich der Körper in einem Zustand der Verwirrung. Dem Körper soll daher über eine Berührung Information vermittelt werden, die ihm ermöglicht von innen her loszulassen, wie er es ihm in diesem Moment gerade kann und will.“ - Arthur Pauls –
Das Hauptziel der Ortho-Bionomy ist deshalb eine Entwicklung der Person, die Entfaltung des inneren und ursprünglichen Konzepts. Man könnte auch sagen, so zu werden wie man gemeint ist. Also ein Selbstfindungsprozess über die Wahrnehmung von Körper und Energiesystem.
Pauls beschrieb seinen Ansatz zu Beginn als „phased-reflex-techniques“. Er ging davon aus, daß mit seinen Techniken der entspannten Haltepositionen und dem folgen der inneren Bewegung in den Geweben, eine „neuro-muskuläre Reflexantwort“ ausgelöst wird, welcher die spontane Entspannung der Gewebe folgt.
In der Ortho-Bionomy® gibt es 7 Arbeitsphasen:
Phase 1-3 besteht noch aus Mobilisationsgriffen, Muskelenergietechniken und Jones Techniken. Auf sie
wurde die Ortho-Bionomy aufgebaut, sie werden jedoch nicht mehr innerhalb der Ausbildung
gelehrt.
Phase 4 stellt den eigentlichen Beginn der Ortho-Bionomy dar. Sie enspricht den strukturellen
Positionierungstechniken in Verbindung mit Kompressionselementen.
Phase 5 entspricht dem spontanen Freiwinden des Gewebes und der blockierten Bewegungsmuster.
Phase 6 ist die Arbeit mit dem Energiefeld (Aura) um und im Körper.
Phase 7 als bisher letzte Phase der Ortho-Bionomy, versucht mittels Spiralenergie-Techniken mit dem
Energiefeld der anderen Person in Kontakt zu treten und zu kommunizieren. Sie wird in
Sonderseminaren für fortgeschrittene Behandler vermittelt.
Mit dem Einführen der dynamischen Gewebetechniken und der Energiearbeit hob Pauls seine Methode aus dem osteopathischen Kontext und erweiterte sie zu einer somato-energetischen Erfahrungsbehandlung, in welcher der Organismus Lernprozesse vollzieht.
Wenn wir ortho-bionomisch bei der Behandlung vorgehen, ist die einfühlsame Qualität unserer Berührung und des Kontakts, mit der anderen Person, von maßgeblicher Bedeutung. Wir erfahren eine Verlagerung des Gewichts vom „Tun“ zum „Sein“. Der Behandler begleitet die Person durch Aufmerksamkeit und „Geschehenlassen“. Die Ortho-Bionomy zwingt dem Organismus nichts auf, sondern ermöglicht ihm von innen heraus Veränderungen und Entwicklung zuzulassen.
• Kein Griff oder Lagerung darf schmerzhaft oder unangenehm sein.
• Der Behandler begleitet den Körper und das Energiefeld, der zu behandelden Person immer in die freie, im Moment freie Richtung, und zwingt ihm nichts auf. Der Behandler verstärkt gegebene Bewegungs- Halte- und Energiemuster.
• Der Behandler ist bestrebt immer die angenehmste Stellung, Haltung oder Bewegung für ein Gelenk, einen Muskel oder ein Gewebe zu finden.
• Der Behandler respektiert die Wahrnehmung der behandelten Person in bezug auf Körperausdruck, emotionalem Erleben und Bewegungsbedürfniss. Er begleitet durch bewußte Achtsamkeit und "Nicht-Tun".
• Der Behandlungsverlauf richtet sich nicht nach vorgegebenen Zielen oder Ergebnissen, sondern lässt der behandelten Person Raum, sich über Struktur, Bewegung, Energie und Emotionen frei auszudrücken.
Der methodische Ansatz von Pauls begünstigt experimentelles Vorgehen, somit rückt die Erfahrung und Selbstwahrnehmung bei der Behandlung in den Vordergrund. Ortho-Bionomy arbeitet nie gegen den Körper oder eine Einschränkung, sondern immer mit den vorhandenen Fähigkeiten des Klienten.
Die Ortho-Bionomy kann unter die sogenannten somatisch orientierten Verfahren eingeordnet werden. Hierzu zählen Ansätze wie Rolfing, Feldenkrais, Biodynamische Massage, Alexander-Technik, um nur einige zu nennen. Genannte Ansätze betrachten den Menschen als ein komplexes Wesen und praktizieren eine ganzheitliche Betrachtung und Vorgehensweise, die außer dem Körper den Geist, das Energiefeld und die Gefühlsebene mit ihrer individuellen Wahrnehmung miteinbezieht.
Die reine Physiotherapie behandelt meßbares, z.B. Beinlängendifferenzen. Die Manuelle Therapie begnügt sich damit Gelenke und Weichteilstrukturen zu mobilisieren oder wieder gängig zu machen. Im Gegensatz dazu, steht bei einem somato-energetischen Verfahren, die Körpererfahrung und die persönliche Wahrnehmung im Vordergrund. Emotionales und kinästhetisches Erleben des Körpers sind erwünscht und werden dabei gefördert.
Der Erfolg solcher Arbeit zeigt sich durch gesteigertes Körperbewußtsein, natürlicher Beweglichkeit, und lebendiger Lebensfreude.
Der Unterschied zur osteopathischen Cranio-Sacral Arbeit:
Dr. Pauls hat Studien und Forschungen zum menschlichen Energiefeld betrieben und in sein Behandlungskonzept eingebaut. Die Aura-Energie-Arbeit und die energetischen Reflexe unterscheiden seine Methode von den rein mechanischen manuellen und osteopathischen Verfahren. So basiert die Cranial Arbeit in der Ortho-Bionomy auf dynamischen (Phase 5) und energetischen (Phase 6) Techniken, sowie Techniken mit der Spiralenergie (Phase 7).
Die Osteopathie versucht funktionelle Zusammenhänge zu erfassen und therapeutisch zu deuten. Deshalb benötigt sie eine genaue Diagnostik und einen Therapieplan um eine Behandlung durchzuführen.
Die Ortho-Bionomy arbeitet intuitiv und akzeptiert den Organismus als komplexes Energiesystem. Der Körper darf eine Lernerfahrung machen, indem er unnütze und verzerrte Muster aufgibt, sich reorganisiert und sich von selbst neu ordnet. Dadurch wird inneres Erleben und Bewußtheit gefördert.
Ortho-Bionomy in der Physiotherapie und der Naturheilkunde:
Ortho-Bionomy eignet sich hervorragend zur Behandlung von Wirbelsäule und äußeren Gliedmaßen, Muskelverspannungen und Fehlhaltungen. Der gewaltfreie Ansatz bietet einen risikoarmen Zugang, wo sonst ein Arbeiten nur erschwert möglich ist. Bei Beachtung der Arbeitsprinzipien, gibt es keine Kontraindikationen wie Osteoporose oder HWS-Schleudertrauma.
Eine Ausbildung in Ortho-Bionomy ist für alle richtig, die eine weiche Methode zur Behandlung der Wirbelsäule, der Muskeln und Gelenke suchen, die leicht erlernbar und sofort umsetzbar ist.
Psycho-und soziotherapeutischer Bereich:
Ortho-Bionomy eignet sich für Psychologen und Psychotherapeuten als ergänzendes Verfahren, zur Entwicklung eines neuen Körperbildes, bei psychsomatischen Störungen und bei somatoformen Dysfunktionen. Sie eignet sich auch in der Verbindung zur Schock-und Trauma-Arbeit.
Pädagogisch-präventiver Bereich:
Ortho-Bionomy kann von allen erlernt werden, die sich mit dem Körper beschäftigen. Dies bezieht sich auf NLP-Praktiker, Personen die in der Beratung tätig sind. Immer dann wenn Steigerung der Selbstwahrnehmung, Entspannung und Stressabbau gefragt sind.
Künstlerischer Bereich und Sport:
Innere Wahrnehmung, Beweglichkeit und Koordination sind in diesen Bereichen gefragt. Trainer, Sportlehrer, Ausbilder ect. können ihr Reportoire durch die Ortho-Bionomy umfassend erweitern. Künstler aller Richtungen können durch Ortho-Bionomy in ihren Ausdrucksmöglichkeiten gefördert werden. Durch Lösen der körperlich-energetischen Blockaden werden kreative Blockaden freigesetzt.
Interessierte Laien (Eltern, Partner, Kinder):
Ortho-Bionomy eignet sich hervorragend als Ganzkörperentspannung und kann von interessierten Laien erlernt werden, um sie in der Familie oder im Freundeskreis, spielerisch einzusetzen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.